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Laser-Lexikon
59 Fachbegriffe aus Lasertechnik, Materialien, Konstruktion und Fertigung — verständlich erklärt für Einsteiger und B2B-Kunden. Suchen Sie direkt oder browsen Sie nach Kategorie.
Verfahren
- Laserschneiden Thermisches Trennverfahren, bei dem ein fokussierter Laserstrahl Material entlang einer Vektorkontur durchtrennt — berührungslos, präzise und ohne Werkzeugverschleiss.
- Lasergravur (Rastergravur) Flächiger Materialabtrag Zeile für Zeile — wie ein Tintenstrahldrucker, nur mit Licht. Erzeugt dauerhafte Motive, Logos und Texte auf nahezu allen Oberflächen.
- Vektorgravur (Ritzen / Scoring) Der Laser fährt Linien wie beim Schneiden ab, aber mit reduzierter Leistung — es entsteht eine feine Ritzlinie statt eines Durchschnitts. Schnell und filigran.
- Lasermarkieren Dauerhafte Kennzeichnung von Oberflächen durch Farbumschlag oder minimalen Abtrag — ohne nennenswerte Vertiefung. Standard für Seriennummern, Logos und Typenschilder.
- Anlassbeschriftung Markierverfahren für Metalle: Gezielte Erwärmung erzeugt eine dunkle Oxidschicht unter der Oberfläche — völlig glatt, korrosionsbeständig und ohne Materialabtrag.
- Tiefengravur Gravur mit deutlich fühlbarer Tiefe (0.2 mm und mehr), oft in mehreren Durchgängen — für Stempel, Prägewerkzeuge und besonders hochwertige Haptik.
- Fotogravur Umsetzung von Fotos in Lasergravuren über Graustufen-Rasterung. Qualität steht und fällt mit Kontrast, Auflösung und Materialwahl.
- Rotationsgravur Gravur auf zylindrischen Objekten wie Flaschen, Gläsern oder Bechern mithilfe einer Dreheinrichtung, die das Werkstück synchron zum Laser rotiert.
- Flammpolieren Nachbearbeitung von Acrylglas-Kanten mit einer Flamme, die die Oberfläche kurz anschmilzt und glasklar verlaufen lässt. Beim Laserschnitt meist unnötig.
Technik & Maschine
- CO2-Laser Gaslaser mit 10.6 µm Wellenlänge — das Universalwerkzeug für organische Materialien: Holz, Acryl, Leder, Textil, Papier, Glas. Schneidet keine blanken Metalle.
- Faserlaser Festkörperlaser mit ca. 1.06 µm Wellenlänge — der Spezialist für Metalle: Gravur, Markierung und (mit hoher Leistung) Schnitt von Stahl, Alu, Messing und Titan.
- Diodenlaser Kompakte, günstige Laserquelle (typisch 5–40 W, ~450 nm) der Hobby-Geräte. Graviert Holz gut, stösst beim Schneiden und bei klaren oder weissen Materialien an Grenzen.
- Galvo-Laser Lasersystem, das den Strahl über zwei schnell schwenkbare Spiegel lenkt statt einen Kopf zu verfahren — extrem schnelle Markierung in kleinem Arbeitsfeld.
- Flachbettlaser (Plotter-System) Laseraufbau, bei dem der Laserkopf auf X/Y-Achsen über einen ebenen Arbeitstisch fährt — grosse Formate, flexibel für Schnitt und Gravur.
- Laserleistung (Watt) Die optische Ausgangsleistung der Laserquelle in Watt. Bestimmt zusammen mit der Geschwindigkeit, wie dick geschnitten und wie schnell graviert werden kann.
- Wellenlänge Die «Lichtfarbe» des Lasers — sie entscheidet, welche Materialien die Energie absorbieren. CO2: 10.6 µm (Organik), Faser: 1.06 µm (Metalle), Diode: 450 nm.
- Fokus & Brennweite Der Punkt, an dem der Laserstrahl seinen kleinsten Durchmesser und die höchste Energiedichte erreicht. Korrekte Fokuslage ist die Grundvoraussetzung für saubere Ergebnisse.
- Air Assist (Druckluftunterstützung) Druckluftstrom, der koaxial zum Laserstrahl auf die Schnittstelle bläst — verdrängt Rauch, kühlt die Kante und reduziert Flammenbildung und Schmauchspuren.
- Absaugung & Filteranlage Erfasst Rauch, Stäube und Gase direkt am Entstehungsort und filtert sie über Partikel- und Aktivkohlefilter — zwingend für Gesundheit und Maschinenlebensdauer.
- Wabentisch (Honeycomb) Auflagetisch aus Metallwaben, der das Material nur punktuell berührt — minimiert Rückreflexionen und Schmauchspuren auf der Unterseite.
- PPI / Pulsfrequenz Anzahl der Laserpulse pro Zoll Schnittstrecke. Steuert, wie viel Energie pro Strecke ins Material geht — entscheidend für saubere Kanten bei empfindlichen Materialien.
- Mehrfachdurchgang (Multipass) Dickes Material wird in mehreren Überfahrten statt in einem Durchgang geschnitten — schonender für die Kante, aber zeitintensiver.
Material & Oberfläche
- Eloxiertes Aluminium (Eloxal) Aluminium mit elektrolytisch erzeugter, eingefärbter Oxidschicht. Der Laser trägt die Schicht ab und legt das helle Metall frei — gestochen scharfe, dauerhafte Markierungen.
- Cermark / Markierspray Spezialbeschichtung, die vor dem Lasern auf Metall aufgetragen wird. Die Laserenergie verschmilzt sie dauerhaft mit der Oberfläche — schwarze Markierungen auf Edelstahl, auch mit CO2-Lasern.
- Acrylglas GS vs. XT Zwei Herstellverfahren, zwei Charaktere: Gegossenes Acryl (GS) graviert milchig-weiss und schneidet edel, extrudiertes (XT) ist günstiger und masshaltiger in der Dicke.
- Zweischicht-Kunststoff (Gravierplastik) Kunststoffplatte aus zwei kontrastierenden Farbschichten: Der Laser trägt die Deckschicht ab und legt die Kernfarbe frei — das Standardmaterial für Schilder.
- Schmauchspuren Bräunliche Rauchablagerungen neben Schnitt- oder Gravurlinien, vor allem auf Holz. Lassen sich durch Technik und Vorkehrungen stark reduzieren.
- Wärmeeinflusszone (HAZ) Der schmale Materialbereich neben der Schnittkante, der durch die Laserhitze verändert wird — Verfärbung, Aufschmelzung oder Gefügeveränderung.
- Verschnitt Der Materialanteil einer Platte, der nach dem Zuschnitt übrig bleibt. Gutes Nesting minimiert ihn — er fliesst dennoch in jede Kalkulation ein.
- Schnittkante Die Qualität der lasergeschnittenen Kante: bei Acryl glasklar poliert, bei Holz dunkel gebrannt, bei Textil versiegelt — jedes Material hat seine Signatur.
- Verzug Unerwünschte Formänderung des Werkstücks durch Wärme oder innere Spannungen — beim Laserschneiden dank minimaler Wärmeeinbringung selten, aber nicht unmöglich.
- Schutzfolie Folie oder Abdeckpapier auf dem Material, das beim Lasern Schmauchspuren von der Oberfläche fernhält. Bei Acryl ab Werk vorhanden, bei Holz nachrüstbar.
Daten & Dateiformate
- Vektorgrafik Grafik aus mathematisch beschriebenen Linien und Kurven statt Pixeln — verlustfrei skalierbar und die Pflichtbasis für jeden Laserschnitt.
- Rastergrafik (Pixelgrafik) Bild aus einzelnen Pixeln (JPG, PNG, TIFF) — geeignet für Gravuren, aber ungeeignet zum Schneiden, da keine Konturpfade existieren.
- DXF (Dateiformat) Das Standard-Austauschformat aus der CAD-Welt für Laserzuschnitte: reine Geometriedaten, masshaltig in Millimetern — die robusteste Wahl für technische Teile.
- SVG (Dateiformat) Offenes Vektorformat aus der Webwelt, Standard bei Inkscape und den meisten Hobby-Lasertools. Achtung bei Masshaltigkeit: DPI-Einstellungen können Grössen verfälschen.
- Offene Kontur Ein Pfad, dessen Anfangs- und Endpunkt nicht verbunden sind — der häufigste Datenfehler bei Laserdateien. Das Teil fällt dann nicht aus der Platte.
- Schriften in Pfade konvertieren Texte vor dem Versand in Vektorpfade umwandeln, damit sie ohne die installierte Schriftart korrekt dargestellt werden — Pflicht bei jeder Laserdatei mit Text.
- DPI / Auflösung Punktdichte einer Gravur in Punkten pro Zoll. Mehr DPI = feinere Details, aber längere Gravurzeit — 300 bis 600 DPI sind der Praxisstandard.
- Graustufengravur (3D-Gravur) Gravurmodus, bei dem Grauwerte direkt in Laserleistung übersetzt werden: dunkler = tiefer. Erzeugt echte Reliefs statt gerasterter Punkte.
- Dithering Umrechnung von Graustufen in Schwarz-Weiss-Punktmuster für die Gravur — das Auge mischt die Punkte wieder zu Grautönen. Grundlage jeder Fotogravur.
- Nesting (Verschachtelung) Das platzsparende Anordnen vieler Teile auf einer Materialplatte — reduziert Verschnitt und Kosten, teils um zweistellige Prozentwerte.
Qualität & Konstruktion
- Kerf (Schnittfuge) Die Breite des Materials, die der Laserstrahl beim Schneiden verdampft — typisch 0.1 bis 0.4 mm. Der wichtigste Begriff für passgenaue Konstruktionen.
- Kerf-Kompensation Das Versetzen der Schnittbahn um den halben Kerf nach aussen oder innen, damit das fertige Teil exakt das Zeichnungsmass erhält.
- Fertigungstoleranz Die zulässige Massabweichung gefertigter Teile. Beim Laserschneiden sind je nach Material und Grösse ±0.1 bis ±0.2 mm realistisch erreichbar.
- Steckverbindung / Fingerzinken Kammartig verzahnte Kanten, mit denen sich lasergeschnittene Teile ohne Schrauben zu Boxen und Gehäusen zusammenstecken lassen — das Konstruktionsprinzip des Lasercut-Designs.
- Living Hinge (Biegescharnier) Schnittmuster aus vielen feinen Schlitzen, das starres Material wie Holz biegbar macht — runde Formen aus flachen Platten.
- Stege & Brücken (Tabs) Bewusst ungeschnittene Mini-Verbindungen (0.2–0.5 mm), die Teile bis zum Schluss in der Platte halten — gegen Verrutschen, Kippen und für einfaches Handling.
- Einstichpunkt (Pierce Point) Die Stelle, an der der Laser in das Material einsticht, bevor er der Kontur folgt. Dort kann eine minimale Markierung sichtbar bleiben — Position ist planbar.
- Gravurtiefe Wie tief der Laser bei der Gravur ins Material abträgt — von 0.02 mm (Markierung) bis über 1 mm (Tiefengravur). Tiefer heisst langsamer und teurer.
Sicherheit
- Laserklassen (1 bis 4) Normierte Gefährdungseinstufung von Lasergeräten. Klasse 1 = sicher gekapselt, Klasse 4 = gefährlich für Augen und Haut, selbst über Streureflexionen.
- Laserschutzbrille Schutzbrille, die exakt auf die Wellenlänge des Lasers abgestimmt sein muss — eine CO2-Brille schützt nicht vor einem Diodenlaser und umgekehrt.
- Brandgefahr beim Lasern Das unterschätzte Hauptrisiko des Laserbetriebs: brennbare Materialien plus gebündelte Hitze. Grundregel Nummer eins — eine laufende Maschine nie unbeaufsichtigt lassen.
- PVC-Verbot Die eiserne Regel der Laserbearbeitung: PVC und alle chlorhaltigen Kunststoffe setzen beim Lasern Chlorgas und Salzsäure frei — giftig für Menschen, zerstörerisch für Maschinen.
Auftrag & Fertigung
- Lohnfertigung / Lohnlasern Fertigung nach Kundendaten als Dienstleistung: Sie liefern Zeichnung und Anforderungen, der Fertiger liefert die fertigen Teile — ohne eigene Maschineninvestition.
- Rüstkosten / Einrichtkosten Einmalige Kosten pro Auftrag für Datenprüfung, Maschineneinrichtung und Materialhandling — unabhängig von der Stückzahl. Der Grund, warum Stückpreise mit der Menge sinken.
- Prototyp & Kleinserie Die Paradedisziplin des Laserschneidens: ohne Werkzeugkosten vom Einzelstück bis zur Serie — Designänderungen kosten nur eine neue Datei.
- Materialbeistellung Der Kunde liefert sein eigenes Material zur Bearbeitung an — spart Materialkosten, verlagert aber das Risiko für Materialfehler und Eignung zum Kunden.
- Datenprüfung (Pre-Flight-Check) Systematische Kontrolle der Kundendaten vor der Fertigung: geschlossene Konturen, korrekte Masse, Schriften in Pfaden, keine Doppellinien — verhindert Fehlproduktionen.
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