Material-Check

Laserbar oder nicht? Antwort in 2 Sekunden
CAESS Laser · Bezugssystem CO2-Laser

Welche Materialien kann man lasern — und welche niemals?

Nicht jedes Material gehört in einen Laser. Manche liefern perfekte Ergebnisse, manche brauchbare — und einige sind schlicht gefährlich: PVC setzt beim Erhitzen Chlorgas frei, ABS bildet Blausäure, Polycarbonat fängt Feuer. Diese Übersicht basiert auf unserer täglichen Fertigungspraxis mit dem CO2-Laser und wird laufend gepflegt. Für die Schnellabfrage nutzen Sie den Checker oben — hier folgt die vollständige Referenz.

Laserbare Materialien

MaterialSchneidenGravierenMarkieren
Acrylglas GS (gegossen)
Der Klassiker fürs Laserschneiden: glasklare, polierte Schnittkanten und brillante Tiefengravur. Gegossenes Acryl graviert milchig-weiss — ideal für Beschriftungen.
✓ Ja ✓ Ja ✓ Ja
Acrylglas XT (extrudiert)
Schneidet hervorragend mit glatten Kanten und ist günstiger als GS. Gravuren bleiben jedoch gräulich-transparent statt weiss — für reine Zuschnitte erste Wahl.
✓ Ja ~ Bedingt ✓ Ja
Polyester-Folie (Mylar)
Ideal für Lackier- und Sprühschablonen: schneidet sauber mit versiegelten Kanten. Dünne Stärken bis ca. 0.5 mm.
✓ Ja ✕ Nein ~ Bedingt
MDF
Günstig, formstabil und präzise schneidbar. Die Schnittkante wird verfahrensbedingt dunkelbraun — ein beliebter Kontrast-Effekt. Starke Rauchentwicklung wird durch unsere Absaugung aufgefangen.
✓ Ja ✓ Ja ✓ Ja
Sperrholz (Birke, Pappel)
Das Standardmaterial im Maker- und Modellbau. Birke liefert helle Oberflächen mit feiner Maserung, Pappel ist leichter und schneidet schneller. Bis ca. 12 mm.
✓ Ja ✓ Ja ✓ Ja
Massivholz (Eiche, Buche, Ahorn …)
Gravuren auf Massivholz sind erstklassig — wertige, dunkle Brandgravur. Schneiden ist bis ca. 8–10 mm möglich, harzreiche Nadelhölzer neigen zu Brandflecken an der Kante.
~ Bedingt ✓ Ja ✓ Ja
Bambus
Der Klassiker für gravierte Schneidebretter und Küchenartikel: kontrastreiche, dauerhafte Gravur. Schneiden nur in dünnen Stärken sinnvoll.
~ Bedingt ✓ Ja ✓ Ja
Kork
Schneidet und graviert hervorragend — Untersetzer, Pinnwände, Verpackungseinlagen. Naturkork und Presskork sind beide geeignet.
✓ Ja ✓ Ja ✓ Ja
Karton / Wellpappe
Perfekt für Verpackungs-Prototypen, Architekturmodelle und Displays. Saubere Kanten ohne Druckstellen — ein klarer Vorteil gegenüber dem Messerschnitt.
✓ Ja ~ Bedingt ✓ Ja
Papier
Filigranste Schnitte für Einladungen, Paper-Art und Lasercut-Karten — Details, die mit dem Plotter unmöglich sind.
✓ Ja ✕ Nein ~ Bedingt
Leder (pflanzlich gegerbt)
Pflanzlich gegerbtes Leder schneidet und graviert ausgezeichnet — Etiketten, Schlüsselanhänger, Personalisierungen mit edler Brandoptik.
✓ Ja ✓ Ja ✓ Ja
Filz (Wolle)
Wollfilz schneidet mit sauberen, festen Kanten — ideal für Taschen, Hüllen und Untersetzer.
✓ Ja ~ Bedingt ~ Bedingt
Filz (Polyester/Synthetik)
Schneidbar — die Kanten verschmelzen leicht und franzen dadurch nicht aus. Für hochwertige Optik ist Wollfilz die bessere Wahl.
✓ Ja ✕ Nein ✕ Nein
Baumwolle / Leinen
Naturtextilien schneiden präzise ohne Verzug. Auf Denim sind sogar Gravuren (Ausbleich-Effekt) möglich.
✓ Ja ~ Bedingt ~ Bedingt
Polyester-Textilien
Der Laser versiegelt die Schnittkanten beim Schneiden — kein Ausfransen. Standardverfahren in der Textilkonfektion.
✓ Ja ✕ Nein ✕ Nein
Aluminium eloxiert
Die Eloxalschicht lässt sich kontrastreich hell markieren — gestochen scharf und dauerhaft. Perfekt für Typenschilder, Frontplatten und Seriennummern. Schneiden von Metall ist mit dem CO2-Laser nicht möglich.
✕ Nein ✓ Ja ✓ Ja
Lackierte / beschichtete Metalle
Der Laser trägt die Lack- oder Deckschicht präzise ab — das blanke Metall darunter bildet den Kontrast. Funktioniert auch auf Alu-Verbundplatten (Dibond).
✕ Nein ✓ Ja ✓ Ja
Glas
Glas wird durch den Laser fein mattiert — elegant für Gläser, Flaschen und Auszeichnungen. Schneiden ist physikalisch nicht möglich.
✕ Nein ✓ Ja ✓ Ja
Spiegel
Graviert wird auf der Rückseite durch die Beschichtung — der Effekt erscheint im Spiegelbild. Eine unserer Spezialitäten.
✕ Nein ✓ Ja ✓ Ja
Schiefer / Stein
Schiefer graviert hell-kontrastreich und ist als Servierplatte oder Schild sehr beliebt. Auch Granit und Marmor lassen sich gravieren.
✕ Nein ✓ Ja ✓ Ja
Keramik / Fliesen
Glasierte Oberflächen lassen sich gravieren oder mit Spezialverfahren dauerhaft schwarz markieren.
✕ Nein ✓ Ja ~ Bedingt
EVA-Schaum
Der Standard für Werkzeugeinlagen (Shadowboards), Koffereinsätze und Cosplay. Schneidet sauber mit leicht verschmolzener, geschlossener Kante.
✓ Ja ✓ Ja ~ Bedingt
Stempelgummi (Lasergummi)
Speziell für die Laserbearbeitung entwickelter Naturkautschuk — das Standardverfahren für Stempelherstellung. Geruchsintensiv, aber unbedenklich.
✓ Ja ✓ Ja ✕ Nein

Nur nach Abklärung

Bei diesen Materialien entscheidet die genaue Zusammensetzung — etwa die Gerbart bei Leder oder der Kunststofftyp bei Folien. Senden Sie uns das Datenblatt, wir prüfen kostenlos.

MaterialGrund der Abklärung
POM / Delrin Beim Lasern entsteht Formaldehyd — nur mit leistungsfähiger Absaugung zulässig.
Polypropylen (PP) Schmilzt stark und neigt zu brennenden Schmelztropfen — nur dünne Folien und Platten geeignet.
HDPE / PE Schmilzt extrem stark, zieht Fäden und neigt zu offener Flammenbildung — Brandgefahr.
Beschichtete Holzplatten (Melamin, HPL) Machbarkeit hängt von der Beschichtung ab — bei unbekannter Zusammensetzung klären wir das Material vor der Bearbeitung ab.
Leder (chromgegerbt) Chromgegerbtes Leder kann beim Lasern bedenkliche Chromverbindungen freisetzen — Bearbeitung nur nach Abklärung der Gerbung.
Kunstleder Nur PVC-freies PU-Kunstleder ist laserbar. PVC-haltiges Kunstleder setzt Chlorgas frei und ist strikt verboten.
Moosgummi (Bastelqualität) Bastel-Moosgummi kann PVC-haltig sein — ohne Materialnachweis keine Bearbeitung.
Flex- / Flockfolie (Textiltransfer) Viele Transferfolien enthalten PVC — nur PU-basierte Folien mit Datenblatt sind laserbar.

Niemals lasern — Sicherheitsrisiko

Diese Materialien gefährden Gesundheit und Maschine. Das gilt für jede Laseranlage — vom Hobby-Diodenlaser bis zur Industrieanlage. Wer einen eigenen Laser betreibt: Finger weg, auch «nur kurz zum Testen».

MaterialGefahrAlternative
Polycarbonat (Lexan, Makrolon) NIEMALS lasern: Polycarbonat absorbiert den CO2-Laserstrahl schlecht, verfärbt sich braun, entwickelt starke giftige Rauchgase und ist akut brandgefährlich. Acrylglas GS (schlagzähe Qualitäten verfügbar)
PVC (Hart- und Weich-PVC) NIEMALS lasern: PVC setzt beim Erhitzen Chlorgas und Salzsäure frei — hochgiftig für Menschen und zerstört die Lasermaschine durch Korrosion. Acrylglas, PETG oder Polyester-Folien
PVC-Hartschaum (Forex, Kömatex) NIEMALS lasern: Forex besteht aus PVC — beim Lasern entstehen Chlorgas und Salzsäure. Acrylglas, MDF oder Dibond (Gravur)
ABS NIEMALS lasern: ABS setzt Cyanwasserstoff (Blausäure) frei, schmilzt unkontrolliert und liefert keine sauberen Kanten. Acrylglas GS/XT
PTFE (Teflon) NIEMALS lasern: Beim Erhitzen entstehen hochgiftige Fluorverbindungen bis hin zu Flusssäure.
Polystyrol / Styropor (Sagex) NIEMALS lasern: geschäumtes Polystyrol entzündet sich sofort und entwickelt dichten, giftigen Russ — akute Brandgefahr. Heissdraht-Schnitt oder EVA-Schaum
GFK / Fiberglas NIEMALS lasern: Die Epoxidharz-Matrix entwickelt giftige Dämpfe, freigesetzte Glasfasern sind lungengängig. Fräsen oder Wasserstrahlschnitt
CFK / Kohlefaser NIEMALS lasern: giftige Harz-Dämpfe und elektrisch leitfähiger Kohlestaub, der die Maschinenelektronik zerstören kann. Fräsen oder Wasserstrahlschnitt
Vinyl-Schallplatte NIEMALS lasern: Schallplatten bestehen aus PVC — es entstehen Chlorgas und Salzsäure. Schwarzes Acrylglas (täuschend echte Optik)

Im Zweifel: prüfen lassen statt riskieren

Die häufigsten Unfälle passieren mit verwechselten Materialien — Polycarbonat statt Acrylglas, PVC-Kunstleder statt PU. Wenn Sie unsicher sind, was Sie vor sich haben: Senden Sie uns ein Foto oder das Datenblatt. Wir klären die Machbarkeit kostenlos ab und fertigen Ihre Teile sicher auf unseren Anlagen in Dürnten im Zürcher Oberland.